
Saitenwege
Das Buch „Saitenwege 0+4+7=Dur“ weiterhin auf Erfolgskurs. Rezension in der Zeitschrift „Gitarre aktuell“ vom Dezember 2012.
Die Ausgabe „Saitenwege 0+4+7=Dur“ ist eine Harmonielehre speziell für den Gitarristen. Während einige Abhandlungen zu diesem Thema zumeist mit der Tonart C-Dur beginnen, um daraufhin Tonarten mit einer ansteigenden Anzahl von Vorzeichen in die Betrachtungen einzubeziehen, bleibt „Saitenwege“ in diesem Punkt Vorzeichen-neutral und behandelt Dur- und Moll sowie die Tonleitern durch Abstandswege, die auf dem Griffbrett nachvollzogen werden können. Dieser neue Weg kommt in Form einer Gleichung zum Ausdruck (0+4+7=Dur). Dies ist ein Hinweis auf die Tatsache, dass wir auf jeder Saite der Gitarre dann einen Durakkord erhalten, wenn die Saite leer (Grundton), dann im 4. Bund (Große Terz) und schließlich im 7.Bund (Reine Quinte) gespielt wird. Dieser erste Ansatz wird im weiteren Verlauf auf andere Bereiche ausgedehnt. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, für die Gitarre eine spezielle Harmonielehre anzubieten. Denn anders als beim Klavier gibt es auf der Gitarre tongleiche Alternativen. Das „e“ von der ersten Saite beispielsweise, findet man sowohl auf der h-Saite (5.Bund), als auch auf der g-Saite (9.Bund) und der D-Saite (14. Bund). So erhält man im Einzelton- aber auch im Akkordbereich eine ganze Menge sogenannter „Indenticals“, also tongleicher Alternativen, die für das Verständnis des Instrumentes enorm wichtig sind.
Dass dieser neue Ansatz deutlichen Zuspruch von Akademischen Seite bekommt – und das ist, wegen der Hinzunahme von Tabulaturen bemerkenswert – zeigt sich bisher in zwei Dingen. Zum einen wurde der Vortrag im Sommer 2012 an der Hochschule für Musik & Theater in Hamburg äußerst positiv von den Zuhörern aufgenommen, zum andern ist in der Zeitschrift „Gitarre aktuell (GAK)“ gerade eine Rezension erschienen, welche die Intensionen des Autors in vollem Umfang nachvollzieht und bestätigt. Dazu muss gesagt werden, dass sich die GAK als ein ernstzunehmendes Fachorgan für die Gitarre versteht und sich von flottem, oberflächlichem Journalismus fern hält. Zur speziellen Ausrichtung auf die Gitarre schreibt die GAK „ .. im Grunde bietet er (gemeint ist der Autor) einen Kurs mit diesem Material an, eine Harmonielehre für Gitarristen, die sich zwangsläufig – wer das Instrument ein wenig kennt -von den gängigen (Klavier bezogenen) Abhandlungen zu diesem Thema unterscheidet. Und das bereits in puncto Darstellung, denn hier bietet Schell parallel zur üblichen Notenschrift auch die Tabulatur-Schreibweise an. Dies mag Gitarristen entgegenkommen, die hauptsächlich mit Akkorddiagrammen und Symbolschrift gearbeitet haben. Andererseits vermittelt die TAB nicht selten ein klareres „Bild“ von einer Funktion auf dem Griffbrett. Das ist natürlich sehr subjektiv und soll nicht unbedingt der TAB gegenüber der Notenschrift Vorschub leisten“. Was die Ausführlichkeit und den „ roten Faden“ von „Saitenwege“ anbetrifft, schreibt die GAK folgendes „Der Gesamtkurs Schells erstreckt sich über sechs Abschnitte mit jeweils etwa 50 Seiten. Die Empfehlung ist, sich mit jedem Teil etwa einen Monat für das Durcharbeiten zu beschäftigen. Diese strikte Arbeits- und Zeitplanung deutet schon darauf hin, dass Schell seine Methode nicht nur einmal in der Praxis erprobt hat, sondern seine Erfahrungen hier und mit diesem Material weitergibt“. Danach nimmt die GAK Stellung zur Praxisrelevanz „und da einer Harmonielehre meist das Etikett von Theorie anhaftet wird gleich auf die vielen anwendungspraktischen Beispiele, die speziell für die Gitarre aufbereitet sind, verwiesen“, um dann auf die generelle Sprache des Buches einzugehen „Aber nicht nur das! Der Autor hat seine Texte und Erläuterungen so abgefasst, dass sie sozusagen einen Dialog mit dem Studenten führen. Dieser wird angesprochen und zu Aufgaben angeregt, zu Wiederholungen bestimmter Lehrstoffe aufgefordert, zur Reflexion des Gelernten animiert“. „Saitenwege“ das kommt hier deutlich heraus, vertritt einen innovatioven, den Gitarristen entgegenkommenden Ansatz, der hier an einigen Probeseiten noch einmal deutlich werden soll:
Themenregister:
Akkordaufbau Dur, Akkordaufbau Moll, Akkorde 4-6 stimmige, Akkorde herleiten, Akkordlagen (Terz/ Quartakkord, Quart-Sextakkord) alterierte Akkorde, Anatolkadenz, Antizipation, äolisch, Arpeggio, Blues mit Quintenkette, 12-Takt-Bluesform, Blues-Scale, Chromatische Tonleiter, Comping, Dominante, Dominante der Dominante, Dominante höherer Ordnung, Doppeloktave, dorisch, Downbeat, Enharmonik, enharmonische Verwechslung , Extension, Ganze Note, Ganzton-Halbton Scale, Ganztonschritt , Halbe Note, Harmonisch Moll, Harmonisieren, Harmonisierung, mit Sexten, Harmonisierung, mit Terzen, HM 5 – Scale, horizontale Spielweise, Hybridharmonik des Blues, Diatonische Intervalle (Prim, sekunde, Terz, Quarte, Quinte, Sexte, Septime, Oktave, None), Chromatische Intervalle (Große Sekunde, Kleine Sekunde, Große Terz, Kleine Terz, Reine Quarte, Übermäßige Quarte, Reine Quinte, Verminderte Quinte, Übermäßige Quinte, Kleine Sexte, Große Sexte, Kleine Septime, Große Septime) ionisch, Jazz-Blues, Jazzkadenz, Jazzkadenz in Moll, Kadenzen Harmonisch Moll, Kadenzen Melodisch Moll, Kadenzen Natürlich Moll, Kapodaster, Kirchentonleiter, Klassische Kadenz, Latin, lokrisch, lydisch, Melodisch Moll, Metrum, mixolydisch, Modal Interchange, modale Tonleitern, Modi, Modulationen (im Jazz), Modus, Moll-Blues, Mollkadenz, Mollsubstitute, Natürlich Moll, Obligatorischer Bass, Offbeat, Oktave, Oktavrahmen, pentatonisch Dur, pentatonisch Moll, pentatonische Licks, phrygisch, Power Chords, Quintenzirkel, Ragtime, Reharmonisation, Retardation, Rhythmik, Scale-Addition, Schlusskadenz, Septakkord, verminderter Septakkord, Sept-Nonenakkord, serielle Akkorde, Slash Chords, Songs in versch. Modi, Stufenakkorde, Stufenharmonik, Stufenakkorde in Moll, Tension.

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